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Wozu Desinfektionsmittel?

Die Werbung suggeriert uns, dass wir überall von unzähligen Keimen umgeben sind und diese mit entsprechenden Produkten bekämpfen müssen, damit es uns gut geht. Inzwischen gibt es Hygienespüler für Wäsche oder antibakterielle Flüssigseifen, Unterwäsche und Socken. Und es stimmt – Mikroorganismen umgeben uns immer und überall. Aber nur ein kleiner Prozentsatz dieser Keime ist für uns tatsächlich schädlich.

Mit vielen Bakterien leben wir sogar in Symbiose. Das bedeutet, dass wir sie zum Leben brauchen. So beherbergen wir alleine in unserem Darm verschiedenste Bakterienstämme. Diese leisten uns überlebenswichtige Dienste, indem sie uns zum Beispiel helfen, die Nahrung aufzuspalten oder Infektionen abzuwehren. Oder denken Sie an die sogenannte Hautflora: Das sind Bakterien und Pilze, die natürlicherweise unsere Haut besiedeln und unseren Körper ebenfalls vor schädlichen Keimen schützen.

Vor allem sollte man auch daran denken, dass der Kontakt mit Krankheitserregern, auch schon in früher Kindheit, vorausgesetzt, es liegen keine schweren Grunderkrankungen oder ein Immundefekt vor, ein geradezu unverzichtbares Training für das Immunsystem darstellt. Dass Kinder, die beispielsweise keinen Kindergarten besucht haben, dann in der Schulzeit häufiger unter Infektionskrankheiten leiden, ist Pädiatern wohlbekannt.

Muss mein Zuhause keimfrei sein?
Im privaten Haushalt sind Desinfektionsmittel in der Regel überflüssig. Sinnvoll und wichtig sind sie allerdings in medizinischen Einrichtungen oder in Betrieben der Lebensmittelverarbeitung.

Was passiert bei der Desinfektion?
Die Mikroorganismen oder Keime werden zerstört. Leider kann das Desinfektionsmittel dabei nicht zwischen schädlich und nützlich unterscheiden. Zudem werden nie alle Bakterien abgetötet: Besonders widerstandsfähige Bakterien können überleben und sich dann ungehindert vermehren, weil ihnen die Konkurrenz fehlt. Wenn dann diese widerstandsfähigen Bakterien in großer Menge auftreten, kann unser Immunsystem schnell überfordert sein. Ganz ähnlich verhält es sich auch beim Einsatz von Antibiotika, wo dann bei häufigem unkritischen Einsatz die Erreger Resistenzen entwickeln können, also nicht mehr auf die Gabe bestimmter Antibiotika reagieren, Dies stellt heute mitunter ein Riesenproblem vor allem in der Krankenhaushygiene dar.

Und sonst?
Desinfektionsmittel enthalten Inhaltsstoffe, die nicht nur den Mikroorganismen, sondern auch unserem Körper und der Umwelt schaden können. Zum einen können sie Allergien, Ekzeme oder Vergiftungen auslösen – vor allem, wenn sie in einer falschen Dosierung verwendet werden. Zum anderen können sie auch nützliche Wasserorganismen abtöten, wenn sie in großen Mengen in den Abfluss gelangen. Daher sollte man immer überlegen, ob es sinnvoll ist, Desinfektionsmittel im Haushalt einzusetzen.

Meine Empfehlung
Setzen Sie Desinfektionsmittel im Haushalt nur dann ein, wenn ein Familienmitglied an einer gefährlichen Infektion leidet oder wenn jemand durch Krankheit, Immunschwäche oder Chemotherapie abwehrgeschwächt ist und daher ein erhöhtes Infektionsrisiko hat. Besinnen Sie sich auf die Zeit, bevor Produkte wie Hygienespüler oder antibakterielle Flüssigseifen angeboten wurden. Waschen Sie, wenn nötig, Ihre Wäsche bei 60 ° und benutzen Sie Essig, um Flächen von Schimmelbefall zu reinigen − und vertrauen Sie Ihrem Körper, der Sie, wenn er gesund ist und Sie ihn gut pflegen, vor Keimen zuverlässig schützen kann.

Auch in den Fällen, wo aus medizinischen Gründen der Einsatz von Desinfektionsmitteln geboten ist, vertrauen Sie nicht der Werbung und den Regalflächen der Supermärkte. Lassen Sie sich fachlich beraten.

 
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